Erneuerbare Energien werden ein immer größeres Thema. Immer mehr Unternehmen entfernen sich von Braunkohle und Erdöl. Einer der beliebtesten Hebel, um die eigenen CO2-Emissionen zu senken, sind E-Autos. Doch obwohl sie Verbrennern sehr ähnlich sehen, ist die Technologie dahinter eine völlig andere. Was genau sich unterscheidet und wie Sie sich dementsprechend verhalten sollten:
Elektroautos unterscheiden sich deutlich vom Verbrenner
Elektroautos sind längst im Straßenverkehr angekommen. Im August 2026 war rund ein Drittel der neu zugelassenen Autos elektrisch. Doch die andere Antriebstechnik bringt auch Unterschiede beim Fahren mit sich. Statt eines Tanks speichert ein Akku die benötigte Energie und gibt sie an einen oder mehrere Elektromotoren weiter. Die elektronische Steuerung ermöglicht dabei besonders schnelle Reaktionen – etwa beim Allradantrieb. Gleichzeitig beschleunigen viele Elektroautos deutlich stärker als klassische Verbrenner, was vor allem für ungeübte Fahrer zunächst gewöhnungsbedürftig sein kann.
Leise unterwegs – Aufmerksamkeit ist gefragt
Ein weiterer Unterschied ist die geringe Geräuschentwicklung. Weil der klassische Verbrennungsmotor fehlt, sind Elektroautos insbesondere bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich leiser. Neuere Modelle erzeugen deshalb bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit ein künstliches Warngeräusch, um beispielsweise Fußgänger auf das Fahrzeug aufmerksam zu machen. Bei älteren Modellen fehlt dieses teilweise noch. Fahrer sollten deshalb besonders aufmerksam auf Fußgänger und Radfahrer achten. Hinzu kommt das höhere Gewicht vieler Elektroautos durch die großen Akkus. Das kann sich unter anderem in Kurven oder auf glatten Fahrbahnen bemerkbar machen.
Brandgefahr bei E-Autos: Ein hartnäckiger Mythos
Immer wieder wird Elektroautos eine besonders hohe Brandgefahr zugeschrieben. Laut Christian Hofmann vom TÜV Nord Würzburg würden Elektroautos statistisch jedoch nicht häufiger brennen als Verbrenner. Wird der Akku bei einem Unfall stark beschädigt, kann allerdings eine besondere Gefahr entstehen. Hochvoltsysteme verfügen deshalb über Sicherheitsmechanismen, die bei einem Unfall die Stromversorgung unterbrechen können. Sollte ein Elektroauto tatsächlich brennen, sollten sich Autofahrer nicht selbst an Löschversuchen versuchen, sondern Abstand halten und die Feuerwehr alarmieren.
Rekuperation kann die Bremsen belasten
Auch beim Bremsen gibt es Besonderheiten. Viele Elektroautos nutzen die sogenannte Rekuperation: Der Elektromotor arbeitet beim Verzögern als Generator, gewinnt Energie zurück und speist sie wieder in den Akku. Dadurch wird die klassische Bremse teilweise deutlich seltener eingesetzt. Das kann allerdings dazu führen, dass Bremsscheiben und andere Komponenten korrodieren. Christian Hofmann empfiehlt deshalb, die mechanischen Bremsen regelmäßig gezielt zu nutzen – beispielsweise durch bewusstes Bremsen, sofern Verkehrssituation und Fahrzeug dies sicher zulassen. Wer die Besonderheiten seines Elektroautos kennt und berücksichtigt, kann damit genauso sicher im Straßenverkehr unterwegs sein wie mit einem Verbrenner.
Quelle: TV Mainfranken