Wenn das Riesenrad zum Trainingsgelände wird – Höhenretter der Feuerwehr trainieren für den Ernstfall in fast 60 Metern Höhe

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen mit Ihrer Familie gemütlich im Riesenrad auf dem Kiliani-Volksfest in Würzburg und genießen den Blick über die Stadt. Plötzlich bleibt die Gondel abrupt stehen. Ein technischer Defekt – wann sich das Riesenrad wieder bewegt, ist unklar. Was passiert jetzt? Für genau solche Einsatzlagen sind die Höhenretter der Berufsfeuerwehr Würzburg ausgebildet. Wir haben sie bei einer realitätsnahen Rettungsübung auf dem Volksfestplatz begleitet.

Höhenretter trainieren Rettung am Kiliani-Riesenrad

In 55 Metern Höhe üben die Würzburger Höhenretter den Ernstfall: Am neuen Riesenrad „Eyecatcher“ auf dem Kiliani-Volksfest retten sie einen Dummy aus einer Gondel. Ziel der Übung ist es, verschiedene Rettungstechniken unter realistischen Bedingungen zu testen und Abläufe zu optimieren. Solche Übungen finden regelmäßig an unterschiedlichen Bauwerken und Fahrgeschäften statt, um Erfahrungen für mögliche Einsätze zu sammeln.

Rettungswege werden getestet

Das Riesenrad zählt zu den Neuheiten auf dem diesjährigen Kiliani und bietet Platz für bis zu 252 Personen. Für die Einsatzkräfte stellt es eine besondere Herausforderung dar. Deshalb wurden verschiedene Rettungswege erprobt und bewertet – sowohl der Aufstieg über die fest verbauten Leitern des Riesenrads als auch der Einsatz der Drehleiter. Welche Methode im Ernstfall genutzt wird, hängt von der jeweiligen Situation ab.

Technik und Fingerspitzengefühl gefragt

Bei der Rettung gilt das Vier-Augen-Prinzip: Gurte, Seile, Karabiner und Knoten werden von mindestens zwei Einsatzkräften unabhängig voneinander kontrolliert. Neben der technischen Präzision ist auch der Umgang mit Betroffenen entscheidend. Menschen in einer Gondel können unter Schock stehen oder Höhenangst haben. Die Höhenretter müssen deshalb nicht nur sicher arbeiten, sondern auch beruhigend kommunizieren. Zusätzlich erfordern die versetzt angeordneten Gondeln des Riesenrads spezielle Rettungstechniken, damit die Einsatzkräfte überhaupt an die eingeschlossenen Personen gelangen.

Vorbereitung für den Ernstfall

Mit rund 800.000 Besucherinnen und Besuchern ist das Kiliani-Volksfest das größte Volksfest Unterfrankens. Dass Zwischenfälle dort selten sind, liegt auch an der intensiven Vorbereitung der Einsatzkräfte. Regelmäßige Übungen wie diese sorgen dafür, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und aus einer Notsituation keine größere Gefahr entsteht.

Quelle: TV Mainfranken