Waldbrände im Westen Unterfrankens – Rund 1.500 Einsatzkräfte im Kampf gegen die Flammen

Mehrere Feuer, enorme Rauchentwicklung und hunderte Einsatzkräfte: Das Wochenende hat die Feuerwehren in Unterfranken stark gefordert. Trockenheit, Hitze und Wind sorgten vielerorts außerdem für schwierige Bedingungen bei der Brandbekämpfung. Besonders im Westen Unterfrankens waren zahlreiche Kräfte teils über mehrere Tage im Dauereinsatz, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Großbrand bedroht Wohnhäuser in Waldaschaff

Flammen, dichter Rauch und extreme Hitze: Am Samstagnachmittag bricht gegen 16:20 Uhr in Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg ein großer Flächen- und Waldbrand aus. Begünstigt durch Temperaturen von mehr als 30 Grad, geringe Luftfeuchtigkeit und starken Wind breitet sich das Feuer schnell aus und droht zeitweise auf Wohnhäuser überzugreifen. Rund 80 Menschen müssen vorsorglich ihre Häuser verlassen, auch ein Waldkindergarten befindet sich im gefährdeten Bereich. Rund 200 Einsatzkräfte bleiben über Nacht im Wald und bekämpfen Glutnester. Mit Tageslicht wird das ganze Ausmaß sichtbar: Rund 300.000 Quadratmeter sind betroffen – eine Fläche von etwa 42 Fußballfeldern.

Rund 1.000 Einsatzkräfte und Unterstützung aus der Luft

Am Sonntag laufen die Löscharbeiten weiter auf Hochtouren. Zwei Polizeihubschrauber aus Bayern und Hessen unterstützen die Einsatzkräfte aus der Luft, während am Boden mit Wärmebilddrohnen und Spezialwerkzeug nach versteckten Glutnestern gesucht wird. Die extreme Hanglage, umstürzende Bäume und erneut steigende Temperaturen erschweren die Arbeiten zusätzlich. Insgesamt sind seit Beginn des Brandes rund 1.000 Kräfte beteiligt. Sieben Feuerwehrleute werden leicht verletzt, auch eine Passantin muss medizinisch versorgt werden. Unterstützung kommt aus der Bevölkerung sowie von Landwirten und Unternehmen, die unter anderem bei der Versorgung und beim Transport von Löschwasser helfen. Bis Sonntagabend sind alle bekannten Brandstellen und Glutnester abgelöscht. Eine vorsätzliche Brandstiftung kann nach aktuellem Ermittlungsstand ausgeschlossen werden. Am Montag retten Einsatzkräfte außerdem ein verletztes Schaf, das offenbar durch den Brand von seiner Herde getrennt worden war.

Zweiter großer Brandeinsatz bei Lohr

Waldaschaff ist an diesem Wochenende nicht der einzige große Brandeinsatz im Westen Unterfrankens. Zwischen Rechtenbach und Lohr im Landkreis Main-Spessart brennt am Samstag eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern. Etwa 450 Einsatzkräfte kämpfen dort gegen die Flammen. Löschhubschrauber stehen bereit, müssen letztlich aber nicht eingesetzt werden, da keine Kronenbrände mehr auftreten. Auch hier macht die große Hitze den Helfern zu schaffen: Ein Feuerwehrmann muss aufgrund der hohen körperlichen Belastung ins Krankenhaus gebracht werden. Dank des Zusammenspiels der zahlreichen Einsatzkräfte können schließlich auch dort die Flammen unter Kontrolle gebracht werden.

Quelle: TV Mainfranken